KfW-Bauspardarlehen
Premium in HausbiberEin KfW-Bauspardarlehen kombiniert ein endfälliges KfW-Förderdarlehen mit einem parallel laufenden Bausparvertrag, der das KfW-Darlehen bei Zuteilung ablöst. Du zahlst auf das KfW-Darlehen zunächst nur Zinsen und tilgst nicht — stattdessen besparst du den Bausparvertrag, dessen Zins für die spätere Anschlussphase schon heute feststeht. Beispiel: Bei 100.000 € KfW-Darlehen zu 3 % zahlst du rund 250 € Zinsen plus 380 € Sparrate im Monat. Die Zinssicherheit für die Zeit nach der KfW-Bindung erkaufst du dir aber mit meist höheren Gesamtkosten als beim direkten Tilgen — Stand 2026, Konditionen auf kfw.de.
Wie funktioniert ein KfW-Bauspardarlehen?
Ein KfW-Förderdarlehen ist oft günstig verzinst, aber es läuft nur eine begrenzte Zeit — beim Wohneigentumsprogramm 124 lässt es sich Stand 2026 etwa als endfälliges Darlehen über 4 bis 10 Jahre aufnehmen. Endfällig heißt: Du zahlst über die ganze Laufzeit nur Zinsen und tilgst keinen Cent — die volle Summe wird am Ende auf einen Schlag fällig. Genau diese Schlusszahlung soll der Bausparvertrag liefern.
Statt das KfW-Darlehen direkt zu tilgen, besparst du parallel einen Bausparvertrag. Dessen Sparrate ist so kalkuliert, dass er rechtzeitig vor dem Ende der KfW-Bindung zuteilungsreif wird. Bei der Zuteilung fließen zwei Dinge zusammen: dein angespartes Bausparguthaben und das neue Bauspardarlehen. Mit dieser Summe löst du das KfW-Darlehen komplett ab. Danach läuft nur noch das Bauspardarlehen — zu einem Zinssatz, der schon bei Vertragsabschluss feststand.
In Hausbiber ist das der Baustein KfW-Bauspardarlehen: ein KfW-Darlehen, dessen Tilgungsart auf “Bauspar” steht, mit einem parallel laufenden Bausparvertrag als Ablöse-Vehikel.
Was die Kombi vom normalen Bausparmodell unterscheidet
Auf den ersten Blick ähnelt das Modell dem Bauspardarlehen mit Vorfinanzierung: ein endfälliges Darlehen vorn, ein Bausparvertrag als Tilgungsersatz hinten. Der Unterschied steckt im Vorausdarlehen — hier ist es ein KfW-Förderdarlehen, kein Bankdarlehen der Bausparkasse. Daraus folgen zwei KfW-typische Besonderheiten:
- Tilgungsfreie Anlaufjahre. Viele KfW-Programme bieten am Anfang Jahre ohne Zins- oder Tilgungslast. In dieser Zeit besparst du nur den Bausparvertrag — die KfW-Zinsen setzen erst danach ein.
- Tilgungszuschuss. Bei einigen Programmen schenkt dir die KfW einen Teil des Darlehens und zieht ihn von der Restschuld ab. Das senkt die Summe, die der Bausparvertrag später ablösen muss. Wichtig: Das Wohneigentumsprogramm 124 und die Neubaukredite 297/298 haben keinen Tilgungszuschuss — den gibt es 2026 vor allem bei der Sanierung zum Effizienzhaus (KfW 261).
Welches KfW-Programm sich endfällig aufnehmen und mit einem Bausparvertrag koppeln lässt, hängt vom Programm und vom Stichtag ab. KfW-Konditionen ändern sich laufend — verbindlich ist immer kfw.de am Tag der Zusage.
Beispiel: 100.000 € KfW-Darlehen mit Bausparvertrag ablösen
Nimm ein KfW-Darlehen über 100.000 € zu 3 % Sollzins, das du endfällig führst. Du schließt dazu einen Bausparvertrag über 100.000 € ab: 1 % Abschlussgebühr (1.000 €), 380 € Sparrate im Monat, Mindestguthaben 40 %, Bauspardarlehen-Zins 2,5 %, Tilgungsbeitrag 6 Promille. Das sind typische Größenordnungen für 2026.
| Phase | Dauer | Monatliche Belastung |
|---|---|---|
| KfW-Zinsen + Ansparen | ~9 Jahre | 630 € (250 € KfW-Zins + 380 € Sparrate) |
| Bauspardarlehen | ~9,3 Jahre | 600 € (Zins + Tilgung) |
| Gesamt | ~18,3 Jahre | — |
Nach rund neun Jahren ist der Bausparvertrag zuteilungsreif: Du hast etwa 40.200 € Guthaben angespart. Damit und mit dem Bauspardarlehen über die restlichen rund 59.800 € löst du das KfW-Darlehen komplett ab. Über die gesamte Strecke zahlst du in diesem Beispiel etwa 34.300 € Zinsen plus 1.000 € Abschlussgebühr.
Zum Vergleich: Würdest du dieselben 630 € pro Monat von Anfang an in eine direkte Tilgung des 100.000-€-Darlehens zu 3 % stecken, wärst du nach knapp 17 Jahren schuldenfrei und zahltest nur rund 27.600 € Zinsen. Die Bausparvariante ist hier also etwa 6.700 € teurer. Der Grund ist immer derselbe: In der endfälligen Phase tilgst du nichts, die Schuld bleibt bei 100.000 €, und du zahlst durchgehend den vollen Zins. Die Zahlen stammen aus derselben Logik, mit der auch Hausbiber rechnet.
Mit einem Tilgungszuschuss von 5 % (5.000 €) sähe es etwas freundlicher aus: Die KfW-Restschuld sänke sofort auf 95.000 €, die Gesamtzinsen läge bei rund 32.900 €. Den Zuschuss gibt es aber eben nicht in jedem Programm.
Wann ergibt das Modell Sinn — und wann nicht?
Der eigentliche Kauf des Modells ist die Zinssicherheit nach der KfW-Bindung. Beim endfälligen KfW-Darlehen müsstest du nach 10 Jahren die volle Summe anschlussfinanzieren — zu Zinsen, die heute niemand kennt. Der Bausparvertrag friert diesen Anschlusszins schon heute ein: Das Bauspardarlehen kostet im Beispiel fix 2,5 %, egal wie hoch die Bauzinsen 2035 stehen.
Genau hier liegt die Bedingung: Die Kombi rechnet sich vor allem, wenn die Zinsen deutlich steigen. Stiftung Warentest nennt als grobe Schwelle, dass die Bauzinsen über zehn Jahre auf rund 3 bis 4 Prozent klettern müssten, damit die Bausparvariante gegenüber direktem Tilgen die Nase vorn hat. Bleiben die Zinsen niedrig oder fallen sie, hast du den Aufpreis umsonst gezahlt.
Dem stehen handfeste Nachteile gegenüber:
- Höhere Gesamtkosten im Normalfall. Solange das KfW-Darlehen endfällig läuft, tilgst du nichts und zahlst den vollen Zins — im Beispiel rund 6.700 € mehr als bei direkter Tilgung.
- Abschlussgebühr und magere Sparzinsen. Auf die Bausparsumme fällt typisch 1 bis 1,6 % Abschlussgebühr an, während dein Guthaben kaum verzinst wird.
- Zuteilungsrisiko. Ist der Bausparvertrag bei Fälligkeit des KfW-Darlehens noch nicht zuteilungsreif, brauchst du eine teure Überbrückung. Die Sparrate muss die Zuteilung sicher vor dem KfW-Bindungsende bringen.
- Komplexität. Du jonglierst zwei Verträge mit eigenen Regeln, Fristen und Gebühren. Verbraucherschützer stufen solche Konstruktionen als schwer durchschaubar ein.
Ob sich das für dich rechnet, hängt davon ab, wie stark du dauerhaft steigende Zinsen erwartest und wie viel dir Planbarkeit wert ist — eine pauschale Antwort gibt es nicht. Vergleiche nie nur die einzelnen Zinssätze, sondern den Gesamteffektivzins des ganzen Konstrukts gegen ein klassisches Annuitätendarlehen über dieselbe Strecke.
Abgrenzung: KfW-Bauspardarlehen vs. reine Bauspar-Sofortfinanzierung
Beide Modelle nutzen denselben Trick — endfälliges Vorausdarlehen plus Bausparvertrag als Tilgungsersatz. Der Unterschied liegt im Vorausdarlehen. Beim Bauspardarlehen mit Vorfinanzierung kommt das sofort ausgezahlte Darlehen von der Bausparkasse und finanziert den ganzen Kauf. Beim KfW-Bauspardarlehen ist das Vorausdarlehen ein gefördertes KfW-Darlehen — günstiger verzinst, oft mit tilgungsfreien Anlaufjahren, manchmal mit Tilgungszuschuss, aber in der Höhe gedeckelt (beim Programm 124 auf 100.000 €). Das KfW-Darlehen deckt deshalb meist nur einen Teil der Finanzierung; den Rest stemmst du über andere Bausteine.
In Hausbiber siehst du genau das: Das KfW-Bauspardarlehen läuft als eigener Baustein, der die endfällige KfW-Phase mit dem parallelen Ansparen und dem späteren Bauspardarlehen verbindet — und du kannst es im Gesamtbild deiner Immobilie neben ein Annuitätendarlehen stellen und beide Wege nebeneinander durchrechnen.
Häufige Fragen
Wie löst ein Bausparvertrag ein KfW-Darlehen ab?
Du nimmst das KfW-Darlehen endfällig auf, zahlst also nur Zinsen und tilgst nicht. Parallel sparst du einen Bausparvertrag an. Sobald er zuteilungsreif ist — meist nach etwa 8 bis 10 Jahren — fließt dein angespartes Guthaben plus das neue Bauspardarlehen in einer Summe in die Tilgung des KfW-Darlehens. Danach läuft nur noch das Bauspardarlehen, dessen Zins schon bei Vertragsabschluss feststand.
Hat das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 einen Tilgungszuschuss?
Nein. Das Wohneigentumsprogramm 124 ist ein reiner zinsverbilligter Kredit ohne Tilgungszuschuss, ebenso die Neubauprogramme 297/298 und der Familienkredit 300. Einen Tilgungszuschuss gibt es Stand 2026 vor allem bei der Sanierung zum Effizienzhaus (KfW 261). Welche KfW-Programme sich endfällig aufnehmen lassen, steht verbindlich auf kfw.de.
Lohnt sich die Kombi aus KfW-Darlehen und Bausparvertrag?
Sie lohnt sich vor allem, wenn du die Zinssicherheit für die Zeit nach der KfW-Bindung willst und mit deutlich steigenden Zinsen rechnest. Stiftung Warentest nennt als Schwelle, dass die Bauzinsen über zehn Jahre auf rund 3 bis 4 Prozent steigen müssten, damit sich die Bausparvariante gegenüber direktem Tilgen rechnet. Bleiben die Zinsen niedrig, ist direktes Tilgen meist günstiger.
Was passiert, wenn der Bausparvertrag bei Fälligkeit des KfW-Darlehens noch nicht zuteilungsreif ist?
Dann entsteht eine Lücke: Das endfällige KfW-Darlehen wird fällig, der Bausparvertrag kann aber noch nicht ablösen. Du brauchst dann eine Anschluss- oder Zwischenfinanzierung zu Konditionen, die heute keiner kennt. Deshalb muss die Sparrate so kalkuliert sein, dass die Zuteilung sicher vor dem Ende der KfW-Zinsbindung liegt.