Annuitätendarlehen
Free in HausbiberEin Annuitätendarlehen ist der Klassiker der Baufinanzierung: ein Kredit mit einer monatlichen Rate, die über die gesamte Zinsbindung gleich bleibt. Diese Rate besteht aus zwei Teilen — Zins und Tilgung. Beispiel: Bei 300.000 € Darlehen, 3,8 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung zahlst du 1.450 € im Monat. Weil deine Schuld mit jeder Rate kleiner wird, sinkt der Zinsanteil und der Tilgungsanteil steigt — die Rate selbst bleibt aber konstant. Nach 10 Jahren Zinsbindung bleibt in diesem Fall eine Restschuld von rund 227.000 €.
Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?
Annuität ist nur ein altes Wort für „Jahresleistung” — gemeint ist der Betrag, den du pro Jahr (aufgeteilt auf zwölf Monatsraten) an die Bank zahlst. Das Prinzip ist simpel: Du vereinbarst einen Sollzins und eine Anfangstilgung, und daraus ergibt sich eine Rate, die über die gesamte Zinsbindung konstant bleibt.
Diese Rate besteht immer aus zwei Teilen:
- Zins — die Gebühr dafür, dass du dir das Geld leihst. Berechnet wird er auf die jeweils offene Restschuld.
- Tilgung — der Teil, mit dem du die Schuld tatsächlich abbaust.
Der Clou: Beide Teile verschieben sich Monat für Monat, aber ihre Summe bleibt gleich. Du zahlst also jeden Monat denselben Betrag — das macht ein Annuitätendarlehen so planbar. Genau deshalb ist es die mit Abstand häufigste Form der Baufinanzierung in Deutschland.
In Hausbiber ist das Annuitätendarlehen der erste Baustein, den die meisten anlegen — und er ist kostenlos voll durchrechenbar.
Wie berechnet sich die monatliche Rate?
Du addierst Sollzins und Anfangstilgung und nimmst diesen Prozentsatz von der Darlehenssumme. Das ist die Jahresrate, geteilt durch 12 ergibt die Monatsrate.
Bei 300.000 € Darlehen, 3,8 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung:
(3,8 % + 2 %) × 300.000 € = 17.400 € pro Jahr
17.400 € ÷ 12 = 1.450 € pro Monat
Dieser eine Wert — 1.450 € — bleibt während der kompletten Zinsbindung unverändert. Wenn du eine niedrigere Rate willst, senkst du die Tilgung; willst du schneller schuldenfrei sein, erhöhst du sie. Der Sollzins ist dagegen das, was dir die Bank fürs Geld berechnet — auf den hast du nur über Verhandlung und Eigenkapital Einfluss.
Beispiel: 300.000 € durchgerechnet
Bleiben wir bei den 300.000 € zu 3,8 % und 2 % Anfangstilgung. So entwickelt sich das Darlehen über die ersten zehn Jahre (Zinsbindung):
| Erster Monat | Nach 10 Jahren | |
|---|---|---|
| Monatsrate | 1.450 € | 1.450 € (unverändert) |
| davon Zins | 950 € | rund 720 € |
| davon Tilgung | 500 € | rund 730 € |
| Restschuld | 300.000 € | rund 227.000 € |
Im ersten Monat sind von deinen 1.450 € satte 950 € reiner Zins — die Bank rechnet 3,8 % auf die volle Schuld von 300.000 €. Nur 500 € landen in der Tilgung. Zehn Jahre später ist die Schuld auf rund 227.000 € gesunken, also fällt weniger Zins an, und ein größerer Teil der gleichen Rate baut jetzt echte Schuld ab.
Nach den 10 Jahren Zinsbindung hast du gut 72.800 € getilgt und es bleibt eine Restschuld von rund 227.000 €. Das ganze Darlehen wäre — bei gleichbleibendem Zins — erst nach gut 28 Jahren abbezahlt. Diese Zahlen stammen aus derselben Rechenlogik, mit der auch Hausbiber rechnet.
Warum sinkt der Zinsanteil — und was heißt das für dich?
Zinsen zahlst du immer nur auf das, was du noch schuldest. Jede Tilgungsrate macht die Restschuld kleiner, also fällt im Folgemonat etwas weniger Zins an. Weil deine Gesamtrate aber gleich bleibt, fließt der frei werdende Cent automatisch in die Tilgung. Dieser Effekt ist am Anfang winzig und beschleunigt sich mit den Jahren — gegen Ende eines Darlehens besteht die Rate fast nur noch aus Tilgung.
Daraus folgt eine wichtige Stellschraube: die Anfangstilgung. Sie entscheidet, wie schnell die Schuld schrumpft.
- 2 % Anfangstilgung gelten als Untergrenze. Im Beispiel oben dauert es damit gut 28 Jahre bis zur Schuldenfreiheit.
- 3 % Anfangstilgung heben die Rate auf 1.700 € — dafür bist du nach rund 22 Jahren fertig, also etwa 6 Jahre früher.
In einer Zinsphase wie 2026 — rund 3,8 bis 4,0 % Sollzins bei 10 Jahren Zinsbindung — raten Verbraucherschützer eher zur höheren Tilgung, damit du nicht den Großteil deines Lebens am Kredit zahlst. Wie viel für dich tragbar ist, hängt aber allein von deinem Budget ab. In Hausbiber kannst du die Tilgung verschieben und siehst sofort, was mit Rate, Laufzeit und Restschuld passiert.
Restschuld und Anschlussfinanzierung
Der häufigste Irrtum: dass das Darlehen mit dem Ende der Zinsbindung abbezahlt ist. Bei normaler Tilgung ist es das fast nie. Es bleibt eine Restschuld, die du weiterfinanzieren musst — zu Zinsen, die in 10 Jahren niemand kennt. Genau hier sitzt das Risiko des Annuitätendarlehens: das Zinsänderungsrisiko.
Du kannst es kleiner machen, ohne es ganz auszuschalten:
- Höhere Anfangstilgung lässt die Restschuld schneller schrumpfen.
- Längere Zinsbindung (15 oder 20 Jahre statt 10) sichert den Zins länger, kostet aber meist einen Zinsaufschlag.
- Sondertilgungen — viele Verträge erlauben jährlich bis zu 5 % der Darlehenssumme extra. Das verkürzt die Laufzeit spürbar.
Was nach der Zinsbindung kommt — Anschlussfinanzierung oder ein vorab gesicherter Zins über ein Forward-Darlehen — ist eine eigene Entscheidung, die du erst Jahre später triffst. Wichtig ist, die erwartete Restschuld von Anfang an im Blick zu haben.
Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Volle Planbarkeit. Die Rate steht für die gesamte Zinsbindung fest — du weißt auf den Euro, was monatlich abgeht.
- Schneller Tilgungsfortschritt mit der Zeit. Der wachsende Tilgungsanteil arbeitet für dich, je länger das Darlehen läuft.
- Flexibel justierbar. Über die Anfangstilgung steuerst du Rate und Laufzeit; viele Verträge erlauben Sondertilgungen oder einen Tilgungssatzwechsel.
- Transparent und vergleichbar. Weil das Modell standardisiert ist, kannst du Angebote sauber gegeneinanderlegen.
Nachteile:
- Zinsänderungsrisiko nach der Zinsbindung. Bleibt eine Restschuld, hängst du von den dann gültigen Zinsen ab.
- Anfangs wenig echte Tilgung. In den ersten Jahren steckt der Großteil der Rate im Zins — der Schuldenabbau fühlt sich langsam an.
- Lange Bindung bei niedriger Tilgung. Mit nur 2 % Tilgung kann die Gesamtlaufzeit deutlich über 25 Jahre liegen.
Für wen passt das Annuitätendarlehen?
Ehrliche Antwort: für so gut wie alle Erstkäufer. Das Annuitätendarlehen ist deshalb der Standard, weil es planbar, flexibel und transparent ist — du weißt, was du zahlst, und kannst über die Tilgung selbst steuern, wie schnell du fertig bist. Es ist auch die Basis, auf der die meisten Finanzierungen aufbauen: Ein KfW-Kredit oder ein Bausparbaustein kommen oft zusätzlich dazu, das klassische Bankdarlehen bleibt der Kern.
Wer dauerhaft steigende Zinsen fürchtet und maximale Sicherheit über die ganze Laufzeit will, schaut sich daneben Modelle mit durchgehend festem Zins an, etwa ein Bauspardarlehen mit Vorfinanzierung — das ist aber komplexer und oft teurer. Für den Normalfall führt am Annuitätendarlehen kein Weg vorbei.
Bevor du ein Angebot unterschreibst, lohnt es sich, die Rate und die Restschuld selbst durchzurechnen — und zu schauen, was du dir realistisch leisten kannst. In Hausbiber ist genau das der kostenlose Einstieg: Kaufpreis und Zins rein, und du siehst Rate, Tilgungsverlauf und Restschuld nach der Zinsbindung sofort.
Häufige Fragen
Wie wird die Rate beim Annuitätendarlehen berechnet?
Du addierst Sollzins und Anfangstilgung und nimmst diesen Prozentsatz von der Darlehenssumme. Beispiel: 300.000 € mal (3,8 % + 2 %) ergibt 17.400 € im Jahr, geteilt durch 12 sind das 1.450 € im Monat. Diese Rate bleibt während der gesamten Zinsbindung gleich. Was sich verschiebt, ist nur das Verhältnis: Anfangs steckt viel Zins und wenig Tilgung drin, am Ende ist es umgekehrt.
Warum sinkt der Zinsanteil im Lauf der Zeit?
Zinsen zahlst du immer nur auf die Restschuld. Mit jeder Rate tilgst du einen Teil, die Restschuld wird kleiner — also fällt im nächsten Monat weniger Zins an. Weil die Gesamtrate gleich bleibt, wird der frei werdende Betrag automatisch in mehr Tilgung umgeleitet. Dieser Effekt beschleunigt sich von Jahr zu Jahr.
Was passiert mit der Restschuld nach der Zinsbindung?
Die meisten Annuitätendarlehen sind mit der Zinsbindung — oft 10 oder 15 Jahre — noch nicht abbezahlt. Es bleibt eine Restschuld, für die du eine Anschlussfinanzierung brauchst, zu dann gültigen Zinsen. Im Beispiel mit 300.000 € und 2 % Tilgung sind nach 10 Jahren noch rund 227.000 € offen. Je höher deine Anfangstilgung, desto kleiner diese Restschuld und desto geringer dein Zinsänderungsrisiko.
Welche Anfangstilgung ist sinnvoll?
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht, weil sie von deinem Budget und Zinsniveau abhängt. Als Orientierung: 2 % gelten als Untergrenze, in Zinsphasen wie 2026 (rund 3,8 % Sollzins für 10 Jahre) raten Verbraucherschützer eher zu 3 % oder mehr, damit du nicht jahrzehntelang abzahlst. Mit 3 % statt 2 % Tilgung wärst du im Beispiel rund 6 Jahre früher schuldenfrei.