Effizienzhaus

Ein Effizienzhaus ist ein KfW-Energiestandard, der angibt, wie viel Energie ein Wohngebäude im Vergleich zu einem Referenzgebäude verbraucht. Das Referenzgebäude erfüllt exakt die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und entspricht 100 %. Je kleiner die Zahl, desto effizienter: Ein Effizienzhaus 40 braucht nur 40 % der Primärenergie dieses Referenzgebäudes, ein EH 55 entsprechend 55 %. Die Stufe entscheidet darüber, wie hoch deine KfW-Förderung ausfällt. Maßgeblich ist der Stand 2026; verbindlich bleibt kfw.de.

Wie funktioniert der Effizienzhaus-Standard?

Das Effizienzhaus ist kein gebautes Haus, sondern ein Vergleichsmaßstab der KfW. Im Kern steht ein gedachtes Referenzgebäude: ein Haus mit gleicher Größe, Form und Nutzung wie deins, das die Mindestanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) genau erfüllt. Dieses Referenzgebäude entspricht 100 %. Dein Haus wird daran gemessen.

Die Effizienzhaus-Stufe ist dann ein Prozentwert: Je kleiner die Zahl, desto sparsamer das Gebäude. Ein Effizienzhaus 55 verbraucht 55 % der Energie des Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 40 nur 40 %. Ein theoretisches EH 100 würde exakt den GEG-Mindeststandard treffen — geförderte Stufen liegen aber deutlich darunter.

Das ist auf den ersten Blick gegen die Intuition: Bei den meisten Bewertungen ist „mehr” besser. Beim Effizienzhaus ist es umgekehrt — die niedrigste Zahl ist die beste.

Die zwei Kennwerte: Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust

Ob dein Haus eine Effizienzhaus-Stufe erreicht, hängt nicht an einem einzigen Wert, sondern an zwei. Beide müssen die Grenze für die jeweilige Stufe einhalten.

  • Primärenergiebedarf: Wie viel Energie das Haus über das ganze Jahr für Heizung, Lüftung und Warmwasser braucht — inklusive der Vorkette (Gewinnung, Umwandlung, Transport des Energieträgers). Eine Wärmepumpe mit Ökostrom schneidet hier besser ab als eine Gasheizung, selbst bei gleichem Wärmebedarf. Angegeben in kWh pro Quadratmeter und Jahr.
  • Transmissionswärmeverlust: Wie viel Wärme über die Gebäudehülle — Wände, Dach, Fenster, Boden — nach außen verloren geht. Dieser Wert bewertet im Wesentlichen die Dämmung und die Fensterqualität.

Die KfW gibt für jede Stufe beide Grenzen vor, jeweils in Prozent des Referenzgebäudes:

Effizienzhaus-StufePrimärenergiebedarfTransmissionswärmeverlust
EH 40max. 40 %max. 55 %
EH 55max. 55 %max. 70 %
EH 70max. 70 %max. 85 %
EH 85max. 85 %max. 100 %
EH Denkmalmax. 160 %— (gesonderte Regeln)

EH Denkmal ist eine Sonderstufe für denkmalgeschützte oder besonders erhaltenswerte Bausubstanz, bei der strengere Werte baulich oft gar nicht erreichbar sind. Die Stufen werden von einem zertifizierten Energie-Effizienz-Experten berechnet und nachgewiesen.

Die Zusatzklassen EE und NH

An die Effizienzhaus-Stufe kann die KfW zwei Zusätze koppeln:

  • EE-Klasse (Erneuerbare-Energien-Klasse): Du erreichst sie, wenn mindestens 65 % des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme gedeckt werden — etwa über eine Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage.
  • NH-Klasse (Nachhaltigkeits-Klasse): Du erreichst sie über das staatliche Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), das nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch Baustoffe, Umweltwirkung und Lebenszyklus des Gebäudes bewertet.

Beide Zusätze sind mehr als ein Etikett: Bei der Sanierung erhöhen sie den KfW-Tilgungszuschuss um jeweils 5 Prozentpunkte und heben den förderfähigen Kreditbetrag an. Aus „EH 40” wird so „EH 40 EE” oder „EH 40 NH” — mit spürbar mehr Förderung.

Effizienzhaus und KfW-Förderung

Die Effizienzhaus-Stufe ist die Eintrittskarte zur KfW-Förderung — und ihre Höhe richtet sich direkt danach. Bei der Sanierung zum Effizienzhaus (Programm KfW 261) gilt: je niedriger die Stufe, desto höher der Tilgungszuschuss. Der reicht 2026 von 5 % (EH 85) bis 20 % (EH 40), plus 5 Prozentpunkte mit EE- oder NH-Klasse. Wie der Zuschuss die Restschuld senkt, steht ausführlich beim KfW-Tilgungszuschuss.

Im Neubau läuft die Förderung anders: Das Programm „Klimafreundlicher Neubau” verlangt mindestens ein Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeits-Nachweis und fördert dann über einen zinsverbilligten Kredit statt über einen geschenkten Tilgungsanteil. Die genauen Programmbedingungen, Sätze und Höchstbeträge passt die KfW laufend an — vor jedem Vorhaben lohnt der Blick auf den aktuellen Stand bei kfw.de und das Gespräch mit einem Energie-Effizienz-Experten.

Effizienzhaus ist nicht die Energieklasse im Energieausweis

Das ist die häufigste Verwechslung — und sie kann teuer werden. Der Energieausweis zeigt eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H. Die Effizienzhaus-Stufe der KfW (EH 40, 55, 70, 85) ist etwas völlig anderes. Beide bewerten zwar die energetische Qualität eines Gebäudes, aber mit unterschiedlichen Kennwerten:

EnergieeffizienzklasseEffizienzhaus-Stufe
Wo steht sie?EnergieausweisKfW-Nachweis
SkalaA+ (sehr gut) bis H (schlecht)EH 40, 55, 70, 85 (kleiner = besser)
KennwertEndenergiebedarfPrimärenergiebedarf + Transmissionswärmeverlust
Wofür?schnelle Orientierung beim KaufVoraussetzung für KfW-Förderung

Die Energieeffizienzklasse stützt sich auf den Endenergiebedarf — die Energiemenge, die im Jahr fürs Heizen, Warmwasser, Lüften und Kühlen gebraucht wird. Die Klassen sind grob: Klasse A umfasst 30–50 kWh/m²·Jahr, Klasse B 50–75, Klasse C 75–100, ab Klasse F (über 160) wird es energetisch teuer.

Die KfW-Stufe rechnet dagegen mit Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Die beiden Systeme sind nicht ineinander umrechenbar: Ein Haus kann im Energieausweis Klasse A stehen und trotzdem keine geförderte Effizienzhaus-Stufe erreichen — oder umgekehrt. Wenn dir ein Verkäufer „Energieklasse A, quasi KfW-Effizienzhaus” verspricht, ist das kein Beleg. Den Effizienzhaus-Status bestätigt nur ein Energie-Effizienz-Experte über die KfW-Nachweise.

Häufige Missverständnisse

„EH 40 lohnt sich immer, weil es die meiste Förderung gibt.” Nicht zwangsläufig. Beim Neubau ist EH 40 oft ohnehin gefragt, im Bestand kann der Sprung von EH 70 auf EH 40 dagegen unverhältnismäßig teuer werden — dicke Dämmung, neue Fenster, Lüftungsanlage. Ob sich die zusätzlichen Baukosten gegen die höhere Förderung und die niedrigeren Heizkosten rechnen, hängt vom Einzelfall ab und gehört in eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit deinem Energie-Effizienz-Experten.

„Effizienzhaus ist nur was für Neubauten.” Im Gegenteil — den Tilgungszuschuss gibt es 2026 vor allem für die Sanierung von Bestandsgebäuden. Ein altes Haus kann durch Dämmung, neue Fenster und eine Wärmepumpe auf eine Effizienzhaus-Stufe gebracht werden, ohne neu gebaut zu werden.

In Hausbiber kannst du ein KfW-Darlehen als eigenen Baustein anlegen und die erwartete Effizienzhaus-Stufe samt Tilgungszuschuss eintragen — die Restschuld wird dann mit dem geförderten Anteil gerechnet, damit du siehst, was am Ende wirklich übrig bleibt.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Zahl beim Effizienzhaus?

Die Zahl ist ein Prozentwert gegenüber einem Referenzgebäude, das die GEG-Mindestanforderungen genau erfüllt (= 100 %). EH 40 verbraucht nur 40 % der Primärenergie dieses Referenzgebäudes, EH 85 verbraucht 85 %. Je niedriger die Zahl, desto effizienter das Haus.

Ist das Effizienzhaus dasselbe wie die Energieeffizienzklasse im Energieausweis?

Nein. Die Energieeffizienzklasse (A+ bis H) im Energieausweis bewertet den Endenergiebedarf. Die KfW-Effizienzhaus-Stufe bewertet Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Ein Haus kann Energieklasse A haben und trotzdem keine Effizienzhaus-Stufe für die KfW-Förderung erreichen — die beiden Systeme sind nicht ineinander umrechenbar.

Was bringen die Zusätze EE und NH?

Die EE-Klasse (Erneuerbare-Energien-Klasse) erreichst du, wenn mindestens 65 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme stammen. Die NH-Klasse (Nachhaltigkeits-Klasse) setzt das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) voraus. Beide erhöhen bei der Sanierung den KfW-Tilgungszuschuss um 5 Prozentpunkte.

Welche Effizienzhaus-Stufe brauche ich für die KfW-Förderung?

Das hängt vom Programm ab. Bei der Sanierung (KfW 261) werden EH 40 bis EH 85 sowie EH Denkmal gefördert — je niedriger die Stufe, desto höher der Tilgungszuschuss. Beim klimafreundlichen Neubau verlangt die KfW mindestens EH 40 mit Nachhaltigkeits-Nachweis. Den für dein Vorhaben gültigen Stand nennt kfw.de.

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