Heizungsarten im Vergleich

Beim Hauskauf entscheidet die Heizung über tausende Euro Folgekosten. Die gängigen Systeme: Wärmepumpe, Gasheizung, Ölheizung (auslaufend), Pellets, Fernwärme und Hybrid. Sie unterscheiden sich vor allem in Anschaffung und Betrieb. Beispiel: Eine Wärmepumpe kostet rund 22.500 € Einbau, eine Gas-Brennwertheizung etwa 9.500 € — dafür heizt die Wärmepumpe ein saniertes Einfamilienhaus für rund 1.600 € im Jahr, Gas für rund 2.200 €. Plus: Gas trägt seit 2026 einen steigenden CO2-Preis mit.

Welche Heizungsarten gibt es?

Wenn du ein Haus kaufst, übernimmst du die Heizung mit — und damit den größten Posten der laufenden Energiekosten. Diese sechs Systeme begegnen dir in der Praxis:

  • Wärmepumpe — holt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Das modernste System, voll erneuerbar, am stärksten gefördert.
  • Gasheizung — der Klassiker im Bestand. Günstig im Einbau, aber abhängig vom Gaspreis und dem steigenden CO2-Preis.
  • Ölheizung — auslaufende Technik. Neue Ölheizungen werden kaum noch eingebaut, der CO2-Preis trifft Öl am härtesten.
  • Pelletheizung (Biomasse) — verbrennt gepresste Holzreste, gilt als erneuerbar, braucht aber ein Lager und regelmäßige Wartung.
  • Fernwärme — kein eigener Kessel im Haus, sondern Wärme aus einem Netz. Bequem, aber du bist an einen Versorger gebunden.
  • Hybridheizung — kombiniert zwei Systeme, oft Wärmepumpe plus Gas-Brennwertkessel für die kältesten Tage.

Dazu kommt die Stromdirektheizung (Nachtspeicher, Infrarot) — sie zählt formal als erneuerbar-konform, ist im Betrieb aber teuer und nur in sehr gut gedämmten Häusern oder als Zusatz sinnvoll.

Heizungsarten im Vergleich: Kosten und Eignung

Die folgenden Werte sind Größenordnungen für ein typisches Einfamilienhaus, Stand 2026. Anschaffungskosten nach co2online (durchschnittlicher Einbau im Bestand), die laufenden Kosten beziehen sich auf ein saniertes Einfamilienhaus mit rund 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr.

HeizungAnschaffung (ca.)Heizkosten/Jahr (ca.)CO2-Preis?65-%-konform?Förderung
Wärmepumpe (Luft)22.500 €1.600 €neinjabis 70 %
Wärmepumpe (Sole/Erdwärme)25.000–40.000 €1.400 €neinjabis 70 %
Gas-Brennwert9.500 €2.200 €ja, steigendneinkeine
Öl-Brennwert12.000 €2.500 €ja, am höchstenneinkeine
Pellets18.500 €1.500 €neinjabis 70 %
Fernwärme (Anschluss)12.500 €2.000–2.800 €indirektjabis 30 %

Die Faustregel: Je niedriger die Anschaffung, desto höher meist der laufende Betrieb. Gas ist beim Einbau am günstigsten, kostet im Verbrauch aber mehr und wird durch den CO2-Preis Jahr für Jahr teurer. Wärmepumpe und Pellets drehen das Verhältnis um — teurer im Einbau, günstiger im Betrieb, beide ohne CO2-Aufschlag.

So funktionieren die einzelnen Systeme

Wärmepumpe — hohe Anschaffung, niedrigste Betriebskosten

Die Wärmepumpe ist das System, auf das die Förderung und das Gebäudeenergiegesetz zusteuern. Sie zieht Wärme aus der Umwelt und hebt sie mit Strom an. Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Bei einer JAZ von 3,5 macht die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom 3,5 Kilowattstunden Wärme. Genau diese Effizienz erklärt die niedrigen Betriebskosten.

Es gibt zwei Hauptbauarten:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: rund 11.000 bis 35.000 € Einbau. Am verbreitetsten, weil keine Erdarbeiten nötig sind.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): rund 11.000 bis 47.000 €. Die Erdsonde oder der Flächenkollektor liefern ganzjährig stabile Temperaturen und damit eine bessere JAZ — die Bohrung treibt aber den Preis und braucht eine Genehmigung (in Wasserschutzgebieten oft gar nicht erlaubt).

Die Verbraucherzentrale ordnet die Wärmepumpe so ein: am effizientesten in Häusern mit gutem Wärmeschutz und großen Heizflächen wie einer Fußbodenheizung — normale Heizkörper sind aber kein Ausschlusskriterium. In einem schlecht gedämmten Altbau mit kleinen Heizkörpern braucht die Anlage höhere Vorlauftemperaturen, arbeitet ineffizienter und verbraucht mehr Strom.

Gasheizung — billig im Einbau, teurer in der Zukunft

Eine Gas-Brennwertheizung kostet im Bestand rund 9.500 € — der niedrigste Einstieg von allen. Der Haken liegt im Betrieb: Gas kostet rund 11 Cent je Kilowattstunde, und seit 2026 wird der nationale CO2-Preis im Versteigerungsverfahren ermittelt, in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne CO2. Auf Gas schlägt das bis zu 1,4 Cent je Kilowattstunde drauf, Tendenz steigend.

Dazu kommt: Eine neue reine Gasheizung bekommt seit 2024 keine Förderung mehr und ist beim Neueinbau durch das GEG eingeschränkt — mehr dazu unten. Eine bestehende, funktionierende Gasheizung darfst du nach dem Kauf weiter betreiben und reparieren.

Ölheizung — die auslaufende Technik

Ölheizungen werden kaum noch neu eingebaut. Der CO2-Preis trifft Heizöl am härtesten — 2026 bis zu rund 20,7 Cent je Liter zusätzlich. Anschaffung rund 12.000 €, dazu der Platz für den Öltank. Beim Hauskauf ist eine alte Ölheizung vor allem ein Hinweis: Hier steht über kurz oder lang ein Wechsel an, den du einpreisen solltest. Ob der Kessel sogar unter die Austauschpflicht fällt, klärt der Abschnitt zur Heizungs-Austauschpflicht.

Pelletheizung — erneuerbar, aber mit Lager

Pellets sind gepresste Holzreste. Eine Pelletheizung kostet rund 18.500 €, heizt günstig (kein CO2-Preis, Brennstoffkosten oft unter denen von Gas) und gilt als erneuerbar — sie erfüllt die 65-Prozent-Pflicht. Der Preis: Du brauchst einen trockenen Lagerraum für die Pellets samt Fördertechnik, und die Anlage will regelmäßig gewartet und entascht werden. Für ein Haus mit Platz im Keller und ohne Erdwärme-Option ist sie eine ernsthafte Alternative zur Wärmepumpe.

Fernwärme — kein eigener Kessel, aber Versorger-Bindung

Bei Fernwärme kommt die Wärme über ein Netz ins Haus, einen eigenen Kessel brauchst du nicht — nur eine Übergabestation. Das spart Wartung und Schornsteinfeger. Der Anschluss kostet rund 12.500 €. Der Nachteil, auf den die Verbraucherzentrale ausdrücklich hinweist: Du hast meist nur einen Versorger und kannst den Anbieter nicht wechseln wie beim Gas. Den Preis bestimmt das lokale Monopol. Fernwärme gilt als GEG-konform, ihre tatsächliche CO2-Bilanz hängt aber davon ab, womit das Netz gespeist wird.

Hybrid und Stromdirektheizung

Eine Hybridheizung kombiniert zwei Systeme — typisch eine Wärmepumpe für den Großteil des Jahres plus einen Gas-Brennwertkessel für die kältesten Tage. Vorteil: Die Wärmepumpe kann kleiner und damit günstiger ausgelegt werden. Nachteil laut Verbraucherzentrale: Du bleibst über den fossilen Teil weiter von Gas- und CO2-Preisen abhängig.

Die Stromdirektheizung (Infrarot, Nachtspeicher) ist im Einbau billig, im Betrieb aber das teuerste System, weil eine Kilowattstunde Strom direkt eine Kilowattstunde Wärme macht — ohne den Effizienzhebel der Wärmepumpe. Sinnvoll nur in sehr gut gedämmten Häusern mit winzigem Wärmebedarf oder als Zusatz in einzelnen Räumen.

Beispiel: Wärmepumpe gegen Gasheizung über 20 Jahre

Angenommen, du kaufst ein saniertes Einfamilienhaus mit rund 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr und stehst vor der Wahl, eine neue Heizung einzubauen.

  • Gas-Brennwert: rund 9.500 € Einbau, rund 2.200 € Heizkosten im Jahr (bei ~11 ct/kWh, inklusive CO2-Anteil 2026). Keine Förderung.
  • Wärmepumpe (Luft): rund 22.500 € Einbau, rund 1.600 € Heizkosten im Jahr (20.000 kWh ÷ JAZ 3,5 = 5.715 kWh Strom × ~28 ct Wärmepumpentarif).

Der Einbau-Unterschied beträgt rund 13.000 €. Mit der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) schrumpft er deutlich: 30 Prozent Grundförderung, mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bis zu 70 Prozent auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten. Bei 30 Prozent auf 22.500 € sind das 6.750 € Zuschuss — der Netto-Einbau der Wärmepumpe liegt dann bei rund 15.750 €.

Im Betrieb spart die Wärmepumpe rund 600 € im Jahr. Über 20 Jahre summiert sich das auf rund 12.000 € — und je weiter der CO2-Preis steigt, desto größer wird der Abstand. Genau deshalb ist die Wärmepumpe in Vergleichsrechnungen über die ganze Lebensdauer trotz hoher Anschaffung meist das günstigste System. Die genaue Förderung rechnest du über die BAFA- und KfW-Förderung durch.

GEG und die 65-Prozent-Pflicht

Welche Heizung du beim Neueinbau überhaupt wählen darfst, regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Kernpunkt ist die 65-Prozent-Pflicht (§71 GEG): Eine neu eingebaute Heizung muss zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen. Das erfüllen ohne Weiteres Wärmepumpe, Fernwärme, Pellets und Stromdirektheizung. Eine reine neue Gas- oder Ölheizung erfüllt es nicht — sie ist nur in Übergangsfällen oder mit erneuerbarem Brennstoffanteil zulässig.

Wann diese Pflicht für dich greift, hängt an der kommunalen Wärmeplanung — in großen Städten früher als in kleinen Gemeinden. Eine bestehende, funktionierende Heizung ist davon nicht betroffen: Reparieren ist immer erlaubt. Pflicht zum Tausch wird es erst bei alten Konstanttemperatur-Kesseln über 30 Jahre. Beide Punkte — Wärmeplanungs-Fristen und Austauschpflicht — sind ausführlich im Artikel zur Heizungs-Austauschpflicht erklärt. Beachte: Das GEG steht 2026 vor einer Reform; bis ein neues Gesetz in Kraft tritt, gelten die hier genannten Regeln.

Worauf du beim Hauskauf achten kannst

Die vorhandene Heizung ist beim Bestandskauf ein konkreter Kostenfaktor — nicht nur ein Detail im Exposé.

  • Typ und Baujahr klären. Frag nach Kesseltyp und Baujahr und lass dir die Schornsteinfeger-Protokolle zeigen. Ein Konstanttemperatur-Kessel über 30 Jahre muss nach dem Kauf raus — ein fünfstelliger Posten.
  • Heizkostenabrechnungen anschauen. Die echten Verbrauchswerte der Vorjahre sagen mehr über die laufenden Kosten als jede Faustregel. Der Energieausweis liefert dazu die Einordnung des Gebäudes.
  • Anstehenden Tausch einpreisen. Eine alte Heizung ist ein Argument in der Preisverhandlung — und der Tausch gehört in deine Finanzierungs-Kalkulation, nicht in die “kümmere ich mich später”-Schublade.

Welches System für dein konkretes Haus technisch und wirtschaftlich am besten passt, hängt von Dämmstandard, Heizflächen, Grundstück und Wärmeplanung ab. Eine verbindliche Einordnung gehört in ein Gespräch mit einem Energieberater — dieser Artikel erklärt die Systeme, ersetzt aber keine Beratung am Objekt.

In Hausbiber rechnest du eine anstehende neue Heizung als realen Kostenblock in deine Finanzierung ein — so siehst du mit deinen eigenen Zahlen, was das Haus nach dem Kauf wirklich kostet, statt vom Heizungstausch überrascht zu werden.

Häufige Fragen

Welche Heizung ist beim Hauskauf am günstigsten?

In der Anschaffung ist die Gas-Brennwertheizung mit rund 9.500 € am günstigsten, die Wärmepumpe mit rund 22.500 € am teuersten. Im laufenden Betrieb dreht sich das Bild: Die Wärmepumpe heizt ein saniertes Einfamilienhaus für rund 1.600 € im Jahr, Gas für rund 2.200 € — und Gas verteuert sich durch den CO2-Preis weiter. Über 20 Jahre ist die Wärmepumpe meist die günstigere Wahl, vor allem mit Förderung.

Welche Heizung erfüllt die 65-Prozent-Pflicht des GEG?

Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für neu eingebaute Heizungen erfüllen ohne Weiteres: Wärmepumpe, Anschluss an ein Wärmenetz (Fernwärme), Stromdirektheizung und Biomasse-Heizungen wie Pellets. Eine reine neue Gas- oder Ölheizung erfüllt sie nicht — sie ist nur noch in Übergangsfällen oder mit Biomethan-/Wasserstoff-Anteil zulässig. Wann die Pflicht greift, hängt von der kommunalen Wärmeplanung ab.

Was kostet eine Wärmepumpe im Einbau?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet je nach Haus und Aufwand rund 11.000 bis 35.000 €, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde rund 11.000 bis 47.000 € — die Bohrung treibt den Preis. Im Schnitt nennt co2online etwa 22.500 €. Über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) sind bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten.

Lohnt sich noch eine neue Gasheizung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Eine neue reine Gasheizung ist in der Anschaffung billig, aber sie bekommt seit 2024 keine Förderung mehr, trägt den ab 2026 steigenden CO2-Preis und ist beim Neueinbau durch das GEG eingeschränkt. Eine bestehende, funktionierende Gasheizung darfst du weiter betreiben und reparieren — der Tausch wird erst bei alten Konstanttemperatur-Kesseln über 30 Jahre zur Pflicht.

Worauf sollte ich bei der Heizung eines gebrauchten Hauses achten?

Auf Typ und Baujahr. Ein Konstanttemperatur-Kessel über 30 Jahre muss nach dem Kauf raus, das ist ein fünfstelliger Kostenposten. Lass dir Schornsteinfeger-Protokolle und den Energieausweis zeigen, frag nach den letzten Heizkostenabrechnungen und rechne einen anstehenden Austausch in den Kaufpreis und deine Finanzierung ein.

Welche Heizung hat die niedrigsten laufenden Kosten?

Wärmepumpe und Pelletheizung. Beide kommen ohne CO2-Preis aus, die Wärmepumpe punktet zusätzlich mit ihrer Effizienz: Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie bei guter Jahresarbeitszahl drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Im Heizspiegel von co2online ist die Wärmepumpe seit Jahren das günstigste System im laufenden Betrieb.

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Hausbiber erklärt dir Begriffe wie diesen direkt in der App — genau dort, wo sie in deinem Tilgungsplan oder Baustein vorkommen, passend zu deinen eigenen Zahlen.