Haushaltsnettoeinkommen
Dein Haushaltsnettoeinkommen ist alles, was allen im Haushalt nach Steuern und Sozialabgaben monatlich tatsächlich aufs Konto kommt — die Basis, an der die Bank deine tragbare Rate misst. Faustregel: Höchstens 35 bis 40 % davon sollten in die Kreditrate fließen. Bei 4.500 € netto sind das rund 1.575 bis 1.800 €. Aus 1.575 € Rate werden bei 3,6 % Zins und 2 % Tilgung etwa 337.500 € Darlehen.
Was ist das Haushaltsnettoeinkommen?
Das Haushaltsnettoeinkommen ist die Summe aller regelmäßigen Netto-Einkünfte, die monatlich in deinen Haushalt fließen — bei allen Personen, die später für den Kredit geradestehen. “Netto” heißt: nach Abzug von Lohnsteuer, Soli und Sozialabgaben. Es geht also nicht um das, was auf dem Arbeitsvertrag als Brutto steht, sondern um das, was tatsächlich auf dem Konto landet und von dem du lebst.
Für die Baufinanzierung ist diese Zahl der Dreh- und Angelpunkt. Die Bank fragt nicht zuerst “Was willst du kaufen?”, sondern “Was kannst du tragen?”. Und das misst sie an deinem Haushaltsnetto. Bei einem Paar zählt das Netto beider zusammen — deshalb “Haushalt” und nicht nur “Einkommen”.
Was zählt zum Haushaltsnettoeinkommen — und was nicht?
Nicht jede Einnahme zählt für die Bank gleich viel. Sie unterscheidet zwischen stabilen, planbaren Einkünften und solchen, die schwanken oder befristet sind.
Wird in der Regel voll angerechnet:
- Netto-Gehälter aus unbefristeten Arbeitsverhältnissen — das Rückgrat jeder Haushaltsrechnung.
- Renten und Pensionen, weil sie planbar und dauerhaft fließen.
- Regelmäßige Mieteinnahmen aus vorhandenem Eigentum, oft mit einem Sicherheitsabschlag, weil Mietausfall und Instandhaltung einkalkuliert werden.
Wird oft nur teilweise oder vorsichtig angerechnet:
- Boni, Provisionen, Überstunden — variable Bestandteile, die die Bank gerne herausrechnet oder nur mit einem Durchschnitt der letzten Jahre ansetzt. Wer einen großen Teil seines Einkommens über Provisionen bezieht, sollte das früh ansprechen.
- Elterngeld — fließt nur befristet (in der Regel bis zu 14 Monate). Banken rechnen es deshalb häufig nicht voll an und prüfen stattdessen, ob das Einkommen des Hauptverdieners reicht oder eine Wiedereinstiegsbestätigung des Arbeitgebers vorliegt.
- Kindergeld — viele Banken rechnen es als Einnahme mit, ziehen im Gegenzug aber Lebenshaltungskosten fürs Kind ab. Unterm Strich verbessert ein Kind die Haushaltsrechnung daher selten.
Wie eine einzelne Bank diese Posten gewichtet, ist nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich von Institut zu Institut. Das ist einer der Gründe, warum dieselbe Familie bei zwei Banken unterschiedliche Finanzierungssummen genannt bekommt.
Die Haushaltsrechnung der Bank: Einnahmen minus Ausgaben
Bevor die Bank ein Darlehen zusagt, stellt sie eine Haushaltsrechnung auf. Das Prinzip ist simpel: Sie zieht von deinen monatlichen Einnahmen alle Ausgaben ab. Was übrig bleibt, ist der Betrag, der frei für die Kreditrate ist.
Auf der Ausgabenseite stehen:
- Lebenshaltungspauschale pro Person — grob 650 bis 800 € für den ersten Erwachsenen, je weitere Person etwa 250 bis 300 €. Damit sind Essen, Kleidung, Strom, Telefon und Alltag abgedeckt. Die genaue Höhe legt jede Bank selbst fest.
- Bestehende Kredite und Leasingraten — der Ratenkredit fürs Auto oder die Möbelfinanzierung mindern deinen Spielraum direkt.
- Unterhaltszahlungen an Kinder oder einen Ex-Partner.
- Manche Banken setzen für die neue Immobilie zusätzlich eine Pauschale für Nebenkosten und Instandhaltung an.
Wichtig: Die alten Wohnkosten — also deine bisherige Kaltmiete — fallen nach dem Kauf weg. Die Bank rechnet deshalb mit der künftigen Situation, nicht mit deiner heutigen Miete.
Wie viel Rate kannst du tragen?
Aus der Haushaltsrechnung leitet sich die tragbare Monatsrate ab. Als grobe Orientierung gilt: Höchstens 35 bis 40 % deines Haushaltsnettoeinkommens sollten in die Kreditrate fließen. Diese Quote heißt auch Belastungsquote.
Bei 4.500 € Haushaltsnetto bedeutet das:
| Belastungsquote | Tragbare Rate pro Monat |
|---|---|
| 35 % | 1.575 € |
| 40 % | 1.800 € |
Die 35 % sind der vorsichtigere Wert — er lässt mehr Puffer für Reparaturen, Urlaub und unerwartete Ausgaben. In teuren Städten akzeptieren Banken bei sehr gutem Einkommen manchmal bis zu 45 %, weil die absoluten Lebenshaltungskosten dann immer noch gedeckt sind. Bei knappem Einkommen ist eher das Gegenteil ratsam, weil die Pauschale dann einen großen Teil schluckt.
Die Verbraucherzentrale rät, die Rate so zu wählen, dass sie auch dann tragbar bleibt, wenn ein Einkommen vorübergehend wegfällt — etwa durch Elternzeit, Krankheit oder Jobwechsel.
Beispiel: Von 4.500 € netto zum Darlehensbetrag
Angenommen, ihr habt zu zweit 4.500 € Haushaltsnetto und wollt vorsichtig mit 35 % planen.
- Tragbare Rate: 4.500 € × 35 % = 1.575 € pro Monat
- Annahmen: 3,6 % Sollzins, 2 % anfängliche Tilgung
- Mögliches Darlehen: rund 337.500 €
Die Rechnung dahinter ist dieselbe Annuitätenformel, mit der auch Hausbiber arbeitet: Jahresrate (1.575 € × 12 = 18.900 €) geteilt durch die Summe aus Zins- und Tilgungssatz (3,6 % + 2 % = 5,6 %) ergibt den Darlehensbetrag. Wäre die Rate 1.800 € (40 %), läge das Darlehen bei rund 385.700 €.
Auf das mögliche Darlehen kommt noch dein Eigenkapital obendrauf — zusammen ergibt das dein Gesamtbudget. Davon gehen aber die Kaufnebenkosten ab, die du nicht mitfinanzieren willst. Wie sich Netto, Rate, Eigenkapital und Zins konkret zu einem Kaufpreis verrechnen, kannst du mit dem Rechner “Was kann ich mir leisten?” durchspielen. Wie viel Haus bei einem typischen Einkommen drin ist, zeigt auch der Ratgeber Wie viel Haus bei 60.000 € netto.
Warum das Eigenkapital genauso zählt
Das Haushaltsnetto entscheidet, wie hoch deine Rate sein darf — das Eigenkapital entscheidet, zu welchem Zins du das Darlehen bekommst. Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Beleihungsauslauf, also der Anteil des Kaufpreises, den die Bank finanziert. Und ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet oft einen besseren Zins.
Beide Größen wirken zusammen: Ein hohes Einkommen ohne Eigenkapital führt zu einer Vollfinanzierung mit Zinsaufschlag, viel Eigenkapital bei schmalem Einkommen begrenzt die mögliche Rate. Eine tragfähige Finanzierung braucht beides im Blick.
Häufige Missverständnisse
- “Die Bank schaut aufs Brutto.” Nein. Für die tragbare Rate zählt das Netto, weil du nur davon lebst. Das Brutto ist höchstens ein Nebenaspekt der Bonität.
- “Mein Kindergeld erhöht mein Budget deutlich.” Selten. Wo es als Einnahme zählt, steht ihm meist eine Lebenshaltungspauschale fürs Kind gegenüber.
- “35 % vom Netto kann ich pauschal ansetzen.” Die Faustregel ist ein Startpunkt, kein Gesetz. Wer ein teures Auto leasen muss, lange pendelt oder kleine Kinder hat, sollte mit deutlich weniger rechnen.
- “Mehr Einkommen heißt automatisch mehr Kredit.” Nur, wenn das Einkommen stabil und nachweisbar ist. Ein befristeter Vertrag oder ein großer Provisionsanteil kann die anrechenbare Summe drücken.
In Hausbiber gibst du dein Haushaltsnetto, dein Wohnbudget und dein Eigenkapital ein und siehst sofort, welche Rate und welcher Kaufpreis daraus realistisch werden — mit deinen eigenen Zahlen, statt mit einer Faustregel aus dem Bauchgefühl.
Häufige Fragen
Was zählt zum Haushaltsnettoeinkommen?
Alle regelmäßigen Netto-Einkünfte aller Personen, die mitfinanzieren: Netto-Gehälter nach Steuern und Sozialabgaben, dazu stabile Einkünfte wie Renten oder Mieteinnahmen. Kindergeld rechnen viele Banken mit an, ziehen dafür aber Lebenshaltungskosten fürs Kind ab. Vorsichtig sind Banken bei variablen Boni, Provisionen und befristetem Elterngeld.
Wie viel meines Nettoeinkommens darf in die Rate fließen?
Als Faustregel gelten 35 bis 40 % des Haushaltsnettoeinkommens für die Kreditrate. Bei 4.500 € netto wären das 1.575 bis 1.800 €. Entscheidend ist nicht die Quote allein, sondern was nach allen Ausgaben übrig bleibt — und ob die Rate auch bei Einkommensausfall noch tragbar ist.
Was ist eine Haushaltsrechnung der Bank?
Die Bank stellt alle monatlichen Einnahmen allen Ausgaben gegenüber: Einnahmen minus Lebenshaltungspauschale minus bestehende Kredite, Leasing und Unterhalt. Der Überschuss ist der Betrag, der frei für die Kreditrate ist. Pro Erwachsenem werden grob 650 bis 800 €, pro Kind etwa 250 bis 300 € angesetzt.
Wird Kindergeld beim Einkommen angerechnet?
Viele Banken rechnen Kindergeld als Einnahme mit. Im Gegenzug ziehen sie aber pauschale Lebenshaltungskosten fürs Kind ab — unterm Strich verbessert ein Kind die Haushaltsrechnung daher selten. Wie eine Bank das handhabt, ist nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich von Institut zu Institut.
Zählt das Bruttoeinkommen oder das Nettoeinkommen?
Für die Haushaltsrechnung zählt das Netto, also was nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt. Davon leben kannst du nur vom Netto, und genau danach bemisst die Bank deine tragbare Rate. Das Bruttoeinkommen ist höchstens ein Nebenkriterium für die Bonität.