Wie viel Haus können wir uns zu zweit leisten?
Mit zwei Einkommen rechnet die Bank euer gemeinsames Haushaltsnetto zusammen – das hebt die mögliche Darlehenssumme deutlich. Beispiel: Bei 5.200 € Haushaltsnetto pro Monat sind rund 1.820 € Rate tragbar (35 %). Bei 3,8 % Sollzins und 2 % Tilgung ergibt das ein Darlehen von etwa 377.000 €. Plus 60.000 € Eigenkapital, minus Nebenkosten bleibt ein Kaufpreis um 400.000 bis 410.000 €. Der Haken zu zweit: Fällt ein Einkommen weg, steht die ganze Rate auf einer Schulter.
Was die Bank zu zweit anders rechnet
Die kurze Antwort vorweg: Zu zweit könnt ihr euch in aller Regel deutlich mehr Haus leisten als allein – nicht, weil die Bank großzügiger wird, sondern weil sie euer gemeinsames Haushaltsnetto zusammenrechnet. Banken finanzieren keine Wunschsummen, sondern Raten, die ihr nachweislich tragen könnt. Und eine tragbare Rate aus zwei Gehältern ist schlicht höher als aus einem.
Unterschreibt ihr beide den Darlehensvertrag, addiert die Bank eure beiden pfändbaren Nettoeinkommen und zieht laufende Verpflichtungen ab – Kredite, Unterhalt, Leasingraten. Aus dem, was übrig bleibt, leitet sie die Rate ab, die ihr dauerhaft stemmen könnt. Das zweite Einkommen muss dafür nicht groß sein: Auch ein Teilzeitgehalt hebt das gemeinsam tragbare Budget und damit den möglichen Kaufpreis.
Dieser Artikel bleibt bewusst bei einer Frage: Was ist drin, ohne dass am Monatsende die Luft ausgeht? Wer haftet, wer ins Grundbuch kommt und was bei einer Trennung passiert, ist eine andere Baustelle – die steht ausführlich in Baufinanzierung zu zweit und Hauskauf zu zweit.
Die Faustregel: Wie viel Rate ist zu zweit tragbar?
Die gängige, bewusst vorsichtige Faustregel von Verbraucherzentrale und Finanzierungsberatungen: Für die reine Kreditrate – Zins plus Tilgung – solltet ihr nicht mehr als 35 bis 40 % eures gemeinsamen Haushaltsnettos einplanen. Der Rest bleibt für Nebenkosten und das Leben drumherum.
Nehmen wir als durchgängiges Beispiel ein Paar mit 5.200 € Haushaltsnetto im Monat – etwa 2.800 € plus 2.400 €. Daraus ergibt sich:
- 35 % → 1.820 € im Monat (konservativ, mit Puffer)
- 40 % → 2.080 € im Monat (sportlich, wenig Luft)
Wir rechnen das Hauptbeispiel mit 1.820 €. Der Grund: Diese Quote lässt euch Spielraum für Instandhaltung, Grundsteuer, Heizung – und vor allem für den Fall, dass eines der beiden Einkommen vorübergehend wegfällt. Genau darüber reden wir weiter unten, denn zu zweit ist dieser Puffer wichtiger als bei einem Einzelverdiener.
Von der Rate zur Darlehenssumme
Eine Annuitätenrate besteht aus Zins und Tilgung. Im ersten Jahr gilt grob: Jahresrate = Darlehen × (Sollzins + Anfangstilgung). Stellt man das um, kommt man von der tragbaren Rate auf die mögliche Darlehenshöhe.
Mit 1.820 € Monatsrate (= 21.840 € im Jahr), 3,8 % Sollzins und 2 % Tilgung:
Darlehen = 21.840 € ÷ ((3,8 + 2) ÷ 100) = rund 377.000 €
Der Zins von 3,8 % ist eine realistische Größenordnung für 2026 – Anfang des Jahres lag der Durchschnitt für zehn Jahre Zinsbindung um 3,8 bis 3,9 %. Eure konkreten Konditionen hängen von Eigenkapital, Beleihungsauslauf und beiden Bonitäten ab; nehmt 3,8 % als Annahme, nicht als Versprechen.
So teilt sich die erste Rate von 1.820 € auf: etwa 1.192 € Zins und 628 € Tilgung. Mit jedem Monat verschiebt sich das Verhältnis – die Tilgung wächst, der Zinsanteil sinkt.
Vom Darlehen zum Kaufpreis: Eigenkapital rein, Nebenkosten raus
Das Darlehen ist nicht der Kaufpreis. Zwei Dinge kommen noch dazu:
- Eigenkapital erhöht das Budget direkt. Zu zweit legt ihr oft beide Ersparnisse zusammen – das wirkt sich eins zu eins aus.
- Kaufnebenkosten gehen ab. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch – und gegebenenfalls Makler – zahlt ihr in aller Regel aus Eigenkapital, die Bank finanziert sie nicht mit.
Rechnen wir mit 60.000 € gemeinsamem Eigenkapital, 5 % Grunderwerbsteuer (z. B. Niedersachsen, Baden-Württemberg) und ohne Makler:
Gesamtbudget = 377.000 € Darlehen + 60.000 € EK = 437.000 € Kaufpreis = 437.000 € ÷ (1 + 7 %) = rund 408.000 €
Die 7 % sind die Nebenkostenquote ohne Makler: 5 % Grunderwerbsteuer plus 2 % Notar und Grundbuch. Bei diesem Kaufpreis fallen rund 28.500 € Nebenkosten an – die deckt ihr aus dem Eigenkapital, der Rest fließt ins Objekt. Mit Makler (3,57 % Käuferanteil) steigt die Quote auf gut 10 % und der mögliche Kaufpreis sinkt entsprechend.
Zu zweit vs. allein: was das zweite Einkommen bewegt
Der Sprung von einem auf zwei Einkommen ist der größte Hebel überhaupt – größer als jede Zinsverhandlung. Dieselbe Logik, einmal mit einem und einmal mit beiden Gehältern (35 % Rate, 3,8 % Sollzins, 2 % Tilgung):
| Situation | Haushaltsnetto | Tragbare Rate | Mögliches Darlehen |
|---|---|---|---|
| Eine Person allein | 2.800 € | 980 € | ~203.000 € |
| Beide zusammen | 5.200 € | 1.820 € | ~377.000 € |
Mit dem zweiten Einkommen fast verdoppelt sich die mögliche Darlehenssumme. Für viele Paare ist genau das der Schlüssel zur eigenen Immobilie – eine Rate von 1.820 € stemmt ein einzelnes mittleres Einkommen kaum dauerhaft, zwei Gehälter dahinter machen daraus eine Finanzierung, die Banken durchwinken.
Diese Stärke hat aber eine Kehrseite, und die ist zu zweit wichtiger als jede Maximalzahl.
Das Klumpenrisiko: Was, wenn ein Einkommen wegfällt?
Wenn zwei Gehälter zusammen die Rate tragen, hängt die ganze Finanzierung daran, dass beide stabil bleiben. Elternzeit, Teilzeit, eine längere Krankheit oder ein Jobverlust verschieben die Tragbarkeit – und zwar sofort. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern der häufigste Stresstest für Paare nach dem Kauf.
Spielen wir unser Beispiel durch. Die Rate von 1.820 € war bei 5.200 € Haushaltsnetto eine entspannte 35-%-Quote. Jetzt fällt ein Einkommen weg:
| Lage | Verfügbares Netto | Rate als Quote |
|---|---|---|
| Beide arbeiten | 5.200 € | 35 % (entspannt) |
| Eine Person in Elternzeit (+ Elterngeld) | ~4.360 € | 42 % (eng, aber machbar) |
| Ein Einkommen fällt ganz weg | 2.800 € | 65 % (kaum tragbar) |
Die Zahlen zur Einordnung: Elterngeld ersetzt 65 bis 67 % des vorherigen Nettos, mindestens 300 €, höchstens 1.800 € im Monat (Stand 2026). Für ein 2.400-€-Netto sind das rund 1.560 € – die Lücke ist also gedämpft, aber spürbar. Fällt ein Gehalt dagegen ersatzlos weg, frisst die Rate fast zwei Drittel des verbleibenden Einkommens. Dann wird es eng.
Gut zu wissen: Genau deshalb ist die 35-%-Variante kein verschenktes Budget, sondern eure Versicherung. Die Differenz zwischen 35 % zu zweit und einer höheren Quote ist der Spielraum, der euch durch eine Elternzeit oder einen Jobwechsel trägt, ohne dass ihr beim Haus ins Schwitzen kommt. Wer die Rate dagegen auf zwei sichere Vollzeit-Gehälter auf Kante näht, hat keinen Puffer, wenn sich das Leben ändert.
Die Haushaltsrechnung zu zweit: was nach der Rate bleiben muss
Die Rate ist nur ein Posten. Bevor ihr eine Zahl als „tragbar” abhakt, schaut, was nach der Rate vom gemeinsamen Netto übrig bleibt – und ob davon das Leben plus die laufenden Hauskosten bezahlbar sind. Grob gehören dazu:
- Laufende Hausnebenkosten: Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, Heizung, Strom, Wasser, Müll – schnell mehrere Hundert Euro im Monat, die bei der Miete teils im Warmpreis steckten.
- Instandhaltungsrücklage: Als Richtwert rund 1 € pro Quadratmeter und Monat, beim Bestandshaus eher mehr. Das Dach wartet nicht auf einen guten Monat.
- Eure bestehenden Fixkosten: Auto, Versicherungen, Kita, Abos, laufende Kredite. Was hier hoch ist, drückt die tragbare Rate nach unten – egal, was die Faustregel sagt.
- Ein echter Puffer: Drei bis sechs Nettogehälter als Reserve, damit eine kaputte Heizung oder ein Einkommensausfall nicht sofort die Finanzierung gefährdet.
Faustregeln wie „35 % vom Netto” sind ein Startpunkt, keine Wahrheit. Sie ersetzen weder eure echte Haushaltsrechnung noch die Prüfung der Bank. Was eine Bank euch tatsächlich gibt, hängt von beiden Bonitäten, der Beschäftigungsart, dem Eigenkapital und der konkreten Immobilie ab. Diese Rechnung zeigt eine Größenordnung – keine Finanzierungszusage.
Wie ihr euren eigenen Fall durchspielt
Die Zahlen oben sind euer Ausgangspunkt, nicht euer Ergebnis. Euer echtes gemeinsames Einkommen, euer Eigenkapital, euer Bundesland und eure Wunsch-Tilgung führen zu einer anderen Zahl. Im Rechner „Was kann ich mir leisten” gebt ihr genau diese Werte ein und seht sofort, welcher Kaufpreis bei euch herauskommt – mit derselben Rückwärtslogik von der tragbaren Rate zum Budget, die wir hier durchgerechnet haben.
Und wenn ihr eine konkrete Immobilie im Blick habt: In Hausbiber legt ihr sie als Immobilie an, baut die Finanzierung aus einzelnen Bausteinen zusammen und seht, ob die Rate zu eurem Einkommen passt.
Gut zu wissen: Der Budgetrechner in Hausbiber bleibt bewusst persönlich – jeder behält seine eigene Budget-Sicht für sich, denn das Haushaltsnetto sind sensible Zahlen. Für die Bank zählt eure Summe, in der App stimmt ihr euch über das Ergebnis ab, nicht über jede Kontobewegung. Geteilt werden Immobilien, Bausteine, Notizen und Checklisten in Echtzeit – im Partner-Modus deckt ein Abo beide ab („Premium für zwei”, der Partner braucht kein eigenes). So habt ihr bis zum Bankgespräch denselben Stand, ohne eure Gehaltszettel auf den Tisch legen zu müssen.
Wer haftet, wer ins Grundbuch kommt und wie ihr die Rate intern aufteilt, lest ihr in Baufinanzierung zu zweit. Und wenn ihr wissen wollt, wie viel Eigenkapital ihr realistisch braucht, geht es im Ratgeber Wie viel Eigenkapital fürs Haus weiter.
Häufige Fragen
Wie viel Haus können wir uns mit zwei Gehältern leisten?
Als grobe Hausnummer: Bei 5.200 € gemeinsamem Haushaltsnetto und einer tragbaren Rate von 1.820 € (35 %) sind bei 3,8 % Sollzins und 2 % Tilgung rund 377.000 € Darlehen drin. Mit 60.000 € Eigenkapital und 5 % Grunderwerbsteuer ohne Makler landet ihr bei etwa 408.000 € Kaufpreis. Die Bank addiert beide Nettoeinkommen – auch ein Teilzeitgehalt erhöht das gemeinsam tragbare Budget.
Rechnet die Bank zu zweit wirklich beide Einkommen voll zusammen?
Im Grundsatz ja: Unterschreiben beide den Darlehensvertrag, fließen beide pfändbaren Nettoeinkommen in die Haushaltsrechnung ein, abzüglich laufender Verpflichtungen wie Kredite oder Unterhalt. Das gemeinsam tragbare Budget ist dadurch höher als bei einem Einzelverdiener. Die Bank prüft aber beide SCHUFA-Auskünfte – die schwächere Bonität kann den Vorteil drücken.
Worauf müssen wir bei zwei Einkommen besonders achten?
Auf das Klumpenrisiko: Wenn beide Gehälter zusammen die Rate tragen, hängt die ganze Finanzierung daran, dass beide stabil bleiben. Elternzeit, Teilzeit, Krankheit oder Jobverlust eines Partners können die Tragbarkeit kippen. Rechnet vor dem Notartermin durch, ob ihr die Rate notfalls auch mit einem Einkommen plus Elterngeld eine Weile stemmen könnt – und plant einen Puffer ein.
Welche Rate ist zu zweit tragbar?
Als konservative Faustregel gelten 35 bis 40 % des gemeinsamen Haushaltsnettos für die Kreditrate. Bei 5.200 € sind das 1.820 € bis 2.080 € im Monat. Die 35-%-Variante lässt mehr Luft für Instandhaltung, Nebenkosten und einen Ausfall-Puffer. Wie viel für euch wirklich tragbar ist, hängt von euren übrigen Ausgaben und davon ab, wie sicher beide Einkommen sind.
Wie viel mehr Haus geht zu zweit statt allein?
Deutlich mehr, weil die tragbare Rate mit dem zweiten Einkommen steigt. Beispiel: Eine Person mit 2.800 € Netto trägt bei 35 % rund 980 € Rate und damit etwa 203.000 € Darlehen. Kommen 2.400 € zweites Netto dazu, steigt die tragbare Rate auf 1.820 € und das Darlehen auf rund 377.000 € – fast eine Verdopplung der möglichen Summe.